Am 23.9. mussten im Besprechungsraum des Landesbüros die Tische umgestellt werden. Die Opferschutzbeauftragten der Polizeidirektionen und das Landeskriminalamt Prävention (LKA Präv) trafen sich mit den Außenstellenleitungen des WEISSEN RINGS Berlin und die „Hütte war voll“.
Der Leiter des LKA Präv, Kriminaldirektor Winfrid Wenzel, führte ein in ein neues (deliktsübergreifendes) Kriminalitätsphänomen, das im Internet begangen wird: „The Com“ (Kurzform für „The Community“) bezeichnet eine neue Form des Online-Extremismus oder auch des digitalen Terror-Kults. Gruppierungen wie zum Beispiel das sogenannte „764“-Netzwerk sind auf Plattformen wie Discord, Telegram, TikTok oder in Online-Games unterwegs und nutzen oft neonazistische, satanistische oder menschenfeindliche Ideologien als Deckmantel, um Jugendliche zu radikalisieren und in gewaltvolle, selbstzerstörerische Verhaltensweisen zu ziehen. Es geht um die Lust an der Machtausübung über andere Menschen (in der Regel Kinder und Jugendliche!), ausgelebt im Wettstreit von Gruppen, die sich in ihrer Brutalität wechselseitig überbieten.
In den Medien bekannter geworden sind diese Entwicklungen mit einem Fall, der seit Januar 2026 vor dem Landgericht Hamburg verhandelt wird. Der Angeklagte soll unter dem Pseudonym „White Tiger“ als führendes Mitglied eines internationalen, sadistischen Online-Netzwerks (darunter die Gruppe „764“) minderjährige Kinder und Jugendliche im Internet in über 200 Fällen psychisch manipuliert, missbraucht und zu schwersten Gewalttaten oder dem Suizid getrieben haben.
In der Diskussion ging es darum, wie zu diesen Formen der Kriminalität Aufklärungsarbeit geleistet werden kann, welche Instrumente dafür bereitgestellt werden und wie Schulen und Jugendämter erreicht werden können.
Weitere Themen des Austauschs waren eine Änderung der Kooperationsvereinbarung des WEISSEN RINGS mit der Polizei Berlin, die aufgrund der Änderung des Allgemeines Sicherheits- und Ordnungsgesetz (ASOG Bln) und hier der neuen Meldepflichten nach § 45 ASOG notwendig geworden sind, sowie die Erfahrungen in der Betreuung der Opfer des Terroranschlages auf den CSD in Berlin am 25. Juli.
Der Austausch endete mit vielen Gesprächen untereinander, Ausdruck einer offenkundig sehr lebendigen Zusammenarbeit.